Freitag, 11. Mai 2012 um 13:07 Uhr
Schon krass wie die Zeit vergeht, seit der Reha ist knapp über ein Monat vergangen und ich kann mich gesundheitlich bis auf Kopfschmerzen/Migräne nicht beklagen
. Noch nicht … eine Blutuntersuchung steht auf jeden Fall noch an und ich bin gespannt, ob sich irgendetwas bei den Werten getan hat, sei es auch nur minimal.
Ansonsten … es ist ok, auch wenn es Abende gibt, an denen mit mir selbst zu kämpfen habe. Sei es, weil ich mit den Nachwirkungen nicht immer zurecht komme oder weil ich Redebedarf habe und angestautes nicht raus lassen kann
. Oft höre/lese ich, wie sehr mich die Menschen bewundern, weil ich so stark bin. Aber, das bin ich im Grunde genommen überhaupt nicht, ganz im Gegenteil. Wirkt wohl nur so, weil ich eine sehr gute Schauspielerin bin und es mir nicht anmerken lassen möchte, wie es zum Teil in mir vor geht. Weshalb? Aus Angst wegen der Fragen … müsste meine Sorgen und inneren Kämpfe offenbaren
. Und ich möchte nicht hören, dass alles wieder gut wird … mag schon sein, aber … es gibt immer wieder Tage, da fühlt es sich nicht so an
.
Mir ist zum Beispiel aufgefallen, das ich mich unbewusst von Menschen in meinem RL (oder auch ingame bei WoW) abschotte. Hat vor allem damit zu tun, das ich das Sprechen wieder erlernen musste, ich mich bislang noch nicht daran gewöhnt habe wie ich mich selbst anhöre und … Angst habe Fehler zu machen (weil mir Worte nicht einfallen oder ich sie falsch ausspreche). Vermisse die Menschen, ohne Zweifel
. Zudem … es kostet mich wahnsinnig viel Konzentration, wenn ich mehr als nur einem Menschen zuhören muss und … es kommt nicht selten vor, das ich nicht reagiere oder eines meiner Gegenüber überhaupt nicht verstehe. Also, akkustisch verstehen schon, aber ich kann es nicht so schnell im Kopf verarbeiten
.
Zudem kommt (vor allem ingame) meine mangelnde Konzentrationsfähigkeit hinzu, ich brauche öfter als vorher eine Pause, weil alles irgendwie anstrengend ist und ich schnell ermüde. Oftmals reicht nur eine kleine Pause von 5-10 Minuten zum Durchatmen, aber … es gibt auch Tage, da schlaucht mich alles so dermaßen, das ich mich hinlegen muss.
Raiden war bei WoW bislang das, was mich an diesem Spiel gehalten hat und … ich weiss für mich derzeitig nicht, wie das funktionieren soll. Ja, macht mich irgendwo fertig – der letzte 10er Raid (und erste seit dem Vorfall) mit meiner Stammgruppe war superschön, aber hat mich so dermaßen geschlaucht, ich fühlte mich ausgelaugt und war auch letzten Endes nicht mehr aufnahmefähig. Mehr als 1-2x Abende sind für mich erst mal nicht drin und … darüber hinaus weitere Überlegungen. Was hat eine Raidgruppe von mir? Im Grunde genommen nichts, ausser das ich einen Platz besetze, der von einem anderen genutzt werden könnte. Also was tun, sprach Zeus? Das werde ich mir die nächsten Tage durch den Kopf gehen lassen müssen, egal wie weh es mir tut
. Will einfach keine Belastung (mit einer handvoll Ausnahmen) und/oder gar ein Hindernis sein und/oder selbst merken müssen, das es einfach noch nicht geht…
Lesen … meine heimliche Leidenschaft. Immer wieder nehme ich mir eines meiner Bücher zur Hand und versuche konzentriert darin zu lesen. Meist bleibt es beim Versuch, wieder mangelnde Konzentration und ich verzweifel vor den Buchstaben. Auch wenn ich das Gelesene verstehe, irgendwie herrscht in meinem Kopf noch immer ein Wirrwarr und ich vermag das Gelesene nicht so zu erfassen, wie ich es vorher getan habe. Auch wenn alles täglich Fortschritte macht und besser wird, so ist es noch lange nicht wie vor dem Schlaganfall und lässt mich auch mal verzweifeln
.
Kurz um … es ist hart wieder daheim zu sein. Auch wenn ich an mir arbeite (ohne mich zu überanstrengen) und auch sichtlich Fortschritte mache, so dauert es seine Zeit bis ich mich vom Schlaganfall erhole. Fällt mir sehr schwer, denn ich muss an meine Grenzen und Kraftreserven gehen, damit ich täglich irgendwelche Ergebnisse erziele.
Und … dann diese Gedanken: Werde ich wieder so wie vorher?
Akzeptieren mich die Menschen, auch wenn ich es nicht selbst kann? Fragen über Fragen und … dazu einen Kopf, der noch Licht in das Chaos bringen muss. Und ein Wirrkopf, der selbst keine Antwort auf diese Fragen hat…
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